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150. Geburtstag Ellen Ammann

Entwurzelte auf dem Weg begleitet und Hitler in den Weg gestellt

Ellen Ammann – vor 150 Jahren wurde in Stockholm eine Frau geboren, die in München an zentralen Orten Spuren hinterlassen hat

 

Ellen Ammann wurde vor 150 Jahren, am 1. Juli 1870 in Stockholm geboren. Im Alter von 20 Jahren zog sie nach München. Damals waren viele junge Frauen auf dem Land durch wirtschaftliche Not gezwungen, in die Stadt aufzubrechen. Sie machten sich auf den Weg, in der Hoffnung eine Stelle als Dienstmädchen oder Arbeiterin zu finden. Ellen Ammann erkannte schnell, wie leicht diese entwurzelten Frauen zu Opfern von Schleppern und Zuhältern wurden und sie handelte: 1895 – vor 125 Jahren – unterstützte sie die Gründung des „Marianischen Mädchenschutzverein“, der heute IN VIA München e.V. heißt. Die gefährdeten Frauen wurden von den Vereinsmitgliedern bereits am Bahnhof mit Informationen und Kontakten versorgt. So erfuhren sie, wo sie sicher unterkommen können und wie sie eine ordentliche Anstellung oder Ausbildung bekommen. Auf der Grundlage dieses Empfangsdienstes gründete Ellen Ammann 1897 die erste bayerische Bahnhofsmission auf dem damaligen „Münchner Centralbahnhof“, die sie über viele Jahre aufgebaut und geleitet hat.

Schon damals war das Vereinsziel: „Mädchenschutz muss Hilfe zur Selbsthilfe sein". Dieses Leitbild prägt bis jetzt IN VIA und die Bahnhofsmission in München, deren katholischer Träger IN VIA München e.V. ist. Heute, nach 125 Jahren bringen über 300 Ehrenamtliche bei IN VIA München und bei der Bahnhofsmission München gemeinsam mit 85 Hauptamtlichen ihre Erfahrung und beruflichen Fachkenntnisse ein, um Menschen in Notsituationen und Umbrüchen professionell zu begleiten und stark zu machen. Barbara Igl, Vorstand von IN VIA München e.V. betont: „Unabhängig von Religion oder Herkunft unterstützen wir junge und erwachsene Migrant*innen und Geflüchtete durch spezifische Beratung und vielfältige Begegnungs- und Bildungsangebote. Auch heute ist uns der Blick auf Mädchen und Frauen sowie frauenspezifische Angebote, wie unsere Schutzwohnung ein besonderes Anliegen.“ In der Beratung arbeiten die Mitarbeitenden eng mit der Wirtschaft, der Verwaltung, den Kirchen und der Gesellschaft zusammen, um den Klient*innen den für sie besten Weg in einen sicheren und geordneten Alltag aufzuzeigen und manche Tür zu öffnen. Zudem bietet IN VIA München jungen Frauen zwischen 16 und 27 Jahren insgesamt 250 Wohnheimplätze in drei Häusern in München an. Dort werden die jungen Frauen während der schulischen oder beruflichen Ausbildung begleitet und sozialpädagogisch betreut.

Auch später prägte Ellen Ammann die Bayerische Geschichte. Von 1919 war sie – bis zu ihrem Tod 1932 – Abgeordnete des Bayerischen Landtags. In dieser Zeit hat sie sich immer wieder gegen rechte Gewalt und nationalistische Umtriebe stark gemacht. Ihrem beherzten Handeln am 8. November 1923 war es zu verdanken, dass der Hitlerputsch in München scheiterte. Gemeinsam mit ihrem Sohn warnte sie alle noch nicht verhafteten Regierungsmitglieder, brachte die Politiker in Sicherheit nach Regensburg und sorgte dafür, dass Einheiten der Reichswehr nach München verlegt wurden. Der stellvertretende Ministerpräsident Franz Matt, den Ammanns Sohn mit dem Fahrrad vor den Putschisten gewarnt hatte, sagte damals: „Die Kollegin Ammann hatte damals mehr Mut bewiesen als manche Herren.“

Für Barbara Igl, die als Vorstand von IN VIA München e.V. heute – 125 Jahre nach Gründung des Vereins – gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen die Arbeit weiterführt, steht fest: „Ellen Ammann hat sich frühzeitig mutig und entschlossen den Feinden der Demokratie und der offenen Gesellschaft in den Weg gestellt und die Gefahren erkannt, die von einer Spaltung der Bevölkerung ausgehen. Sie verband politisches immer mit konkretem Handeln und tätiger Hilfe für die Betroffenen. Dieser Haltung sehen wir uns verpflichtet. In unseren Einrichtungen helfen wir Menschen in Not, und begleiten und stärken Menschen auf ihrem Weg in ein sicheres und selbstbestimmtes Leben.“


Der Fachbereich Migration

bietet ein vielfältiges Angebot an Beratung und Begleitung (bei z. B. Zugang zu Sprach-und Integrationskursen, schulische Bildungswege, Beruf und Ausbildung, soziale Sicherung, Kultur und Freizeit) für jugendliche und erwachsene Migrantinnen und Migranten mit ihren Familien. Zudem bieten wir Frauen mit ungesichertem Aufenthalt in Krisensituationen eine Notunterbringung. Wir beraten vertraulich.

Mehr Informationen und Kontaktdaten finden Sie hier.

Die Bahnhofsmission

ist Anlauf-, Beratungs- und Vermittlungsstelle am Münchner Hauptbahnhof für alle Menschen in Notsituationen und nachts Schutzraum für Frauen in Not. Sie ist an allen Tagen im Jahr rund um die Uhr geöffnet.

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Der Fachbereich Jugendwohnen

bietet Mädchen und jungen Frauen zwischen 16 und 27 Jahren Wohnheimplätze an. Sie sind konzipiert für Auszubildende, Berufsschülerinnen, Fachschülerinnen und Berufspraktikantinnen. Neben Unterkunft und Verpflegung steht die sozialpädagogische Begleitung unserer Bewohnerinnen im Vordergrund.

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IN VIA München e.V.

„Gemeinsam unterwegs sein“ – das steht für unseren Einsatz für die Menschen, die wir begleiten und unseren Beitrag für eine solidarische und vielfältige Gesellschaft. Ein besonderes Anliegen des Verbandes ist das Engagement für Mädchen und Frauen.

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